Vier Disziplinen. Vier Tage Ausnahmezustand und unsere Jugend mittendrin. Bei der bayerischen Landesmeisterschaft in Landsberg am Lech setzten die jungen Pool Brothers & Sisters mit 9 Medaillen und starken Platzierungen nicht nur sportliche Ausrufezeichen, sondern bewiesen auch abseits des Tisches echten Teamgeist.

14/1-Endlos - Die Silbermedaille war nur der Anfang
Am ersten Turniertag gehörte die Bühne dem 14/1 endlos, einer Disziplin, die Geduld verlangt, Rhythmusgefühl und die Fähigkeit, ein Spiel über viele Aufnahmen hinweg zu kontrollieren. Für unseren Verein traten Tobi in der U22, Konrad und Dino in der U16 sowie Avni in der U18 an. Dino und Avni wären eigentlich noch für die U14 startberechtigt, diese Altersklasse wird im 14/1 allerdings nicht ausgespielt, also nutzten sie diesen Tag bewusst als Standortbestimmung und als Warm Up die nächsten Turniertage.
Dass beide mehr wollten als nur „reinkommen“, war früh zu sehen. Avni spielte unerschrocken auf, suchte Lösungen auch in schwierigen Lagen und brachte die teils deutlich ältere Konkurrenz mehrfach ins Wanken. Am Ende fehlte nicht viel zum Podium. Mit Platz 4 setzte sie ein erstes Ausrufezeichen. Dino, erstmals bei einer Bayerischen Meisterschaft dabei, wirkte über weite Strecken erstaunlich abgeklärt. Der Einzug in die KO-Runde blieb ihm an diesem Tag aber noch knapp verwehrt, Platz neun markiert dennoch einen guten Einstand.
In der U16 hatte Konrad eine der anspruchsvolleren Gruppen erwischt und löste die Aufgabe mit der nötigen Ruhe. Er fand in sein Spiel, hielt das Niveau konstant und spielte sich bis ins Viertelfinale vor. Das Lospech und ein starker Gegner verhinderten einen bessere Platzierung. Der fünfte Rang bleibt dennoch Ausdruck eines stabilen Turnierauftakts.
Tobi spielte sich in seiner Altersklasse souverän durch die Gruppenphase. Im Halbfinale wurde es dann eng. Zwischenzeitlich im Rückstand, drehte er die Partie mit einer beeindruckenden Aufholjagd und brachte den knappen Vorsprung am Ende ins Ziel. Das Finale gegen Christoph Wimmer aus Pfeffenhausen entwickelte sich zu einem Spiel auf Augenhöhe. Beide schenkten sich nichts und suchten geduldig ihre Chancen. In der Schlussphase hatte der Niederbayer die etwas präzisere Antwort. Tobi freute sich über seine erste Silbermedaille bei dieser Landesmeisterschaft.

10-Ball – Medaillenausbeute verdoppelt
Der zweite Tag der Bayerischen Meisterschaft stand ganz im Zeichen des 10-Ball. Das Spiel wurde schneller, direkter, Fehler blieben selten ohne Folgen. Für die jungen Pool Brothers & Sisters erfüllten sich weitere Medaillenhoffnungen.
In der U22 knüpfte Tobi an seinen Auftritt vom Vortag an. Die Gruppenphase beendete er als Erster, kontrolliert, ohne unnötige Schwankungen. Im Halbfinale traf er erneut auf Christoph Wimmer aus Pfeffenhausen. Wieder entwickelte sich ein enges Spiel, eines, das über die volle Distanz ging und in dem sich keiner von beiden entscheidend absetzen konnte. Es waren Kleinigkeiten, die den Ausschlag gaben. Erneut war es des Pfeffenhausener, der sie für sich nutzte. Für Tobi bleibt Bronze, und der Eindruck, dass der Abstand zur Spitze gering ist.
In der U14 wurde im Modus „Jeder gegen Jeden“ gespielt, was den Rhythmus des Turniers verändert: kein Ausscheiden nach einer Niederlage, aber auch keine Möglichkeit, sich zwischendurch zu sammeln. Dino gewöhnte sich langsam an die besondere Wettkampf-Atmosphäre. Mit jeder Partie gewann sein Spiel an Struktur und die Abläufe wurden sicherer. Im Vergleich zum Vortag verbesserte er sich auf Platz 5. Für die ganz vorderen Plätze reichte es an diesem Tag noch nicht, doch der Auftritt zeigte, dass er im Turnier angekommen ist.
Für die zweite Medaille des Tages sorgte Avni in der weiblichen U14, ebenfalls im Modus „Jede gegen Jede“. Ein Format, das Konzentration über den gesamten Tag verlangt, weil jeder Fehler unmittelbar nachwirkt. Avni hielt dieses Niveau über weite Strecken, spielte ruhig, nutzte ihre Chancen und gewann Partie um Partie. Die Entscheidung fiel im letzten Spiel gegen Maxima Fandrei aus Selb, eine Gegnerin, gegen die es in der Vergangenheit stets enge Duelle gegeben hatte. Diesmal verlief die Partie deutlicher zugunsten von Maxima. Avni gewann Silber. Das war mehr als verdient nach einem konstant starken Turniertag.

8-Ball: Zwischen Debüt und Medaillen
Am dritten Tag der bayerischen Landesmeisterschaft der Jugend rückte 8-Ball in den Mittelpunkt. Mit 59 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Bayern war die Disziplin so stark wie keine andere besetzt. Für die Pool Brothers & Sisters waren erneut Avni, Tobi, Konrad und Dino dabei. Jakob, der in der U14 seine Turnier-Premiere feierte, komplettierte das Team.
Jakob brauchte keine Anlaufzeit. Gleich in seiner ersten Partie spielte er unbekümmert auf, suchte konsequent seine Chancen und zeigte keine Scheu vor der Situation. Erstes Spiel. Erster Sieg. Auch in den weiteren Spielen blieb er offensiv, hielt den Druck hoch und wurde mit dem Einzug ins Viertelfinale belohnt. Dort wartete ein deutlich erfahrenerer Gegner, der sich letztlich durchsetzte. Dass Jakob dagegenhielt und phasenweise mithalten konnte, macht seinen fünften Platz umso bemerkenswerter.
Avni bestätigte ihre Form der vergangenen Tage. In der Gruppenphase trat sie konzentriert und kontrolliert auf, ließ kaum Gelegenheiten liegen und blieb ohne Satzverlust. Auch im Halbfinale geriet ihr Weg ins Endspiel nicht ernsthaft ins Wanken. Dort wartete erneut Maxima Fandrei. Es ist ein Duell, das inzwischen fast schon erwartbar scheint. Maxima ließ diesmal keinen Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen. Avni freute sich über die Silbermedaille.
Dino erwischte ebenfalls einen Tag, an dem vieles zusammenpasste. Die Gruppenphase verlief ohne Satzverlust, sein Spiel wirkte gefestigt, die Abläufe sicher. Im Halbfinale geriet er zunächst ins Hintertreffen, fand jedoch schnell zurück und erzwang den Entscheidungssatz. Dort entwickelte sich eine taktisch geprägte Partie, in der sich beide nichts schenkten. Am Ende war es eine Frage der Routine und Erfahrung. Dino gewann Bronze.
Konrad zeigte sich in der U16 verbessert und präsenter als am Vortag. In einer engen Gruppe behauptete er sich und zog in die K.-o.-Runde ein. Im Viertelfinale traf er auf einen der Favoriten, der sich letztlich durchsetzte. Platz fünf fügt sich in ein insgesamt solides Turnier ein.
Tobi sorgte in der U22 für das dritte Edelmetall des Tages. Durch die Vorrunde kam er ohne Niederlage, ruhig und kontrolliert. Im Halbfinale traf er auf einen Gegner aus Deggendorf, der einen nahezu perfekten Lauf erwischte und kaum Fehler anbot. Tobi blieb dran, fand aber kein Mittel, das Spiel zu kippen. Bronze – und erneut eine Platzierung in der Spitze.

9-Ball: Ilay wird zum Turnierschreck
Zum Abschluss der Landesmeisterschaft setzte das Turnier noch einmal besondere Akzente. Im Mittelpunkt stand dabei Ilay, der mit sieben Jahren seine Premiere auf dieser Bühne feierte. Gleich in seiner ersten Partie traf er auf einen der Turnierfavoriten, eine Aufgabe, die kaum schwerer hätte ausfallen können. Doch Ilay spielte, als wäre er schon länger dabei: Unbeeindruckt. Ball für Ball. Und mit ganz viel Spaß. Eine kleine Portion Glück half am Ende auch noch dazu und bescherte ihm den ersten Sieg. Auch im zweiten Spiel ließ er sich nicht aus dem Konzept bringen und zog in die Endrunde ein. Der Turnierschreck war geboren.
Im Halbfinale wartete das vereinsinterne Duell mit Dino, der sich ebenfalls für die KO-Runde qualifizierte. Beide lieferten sich ein enges Match, in dem Ilay erneut mutig auftrat, Dino am Ende jedoch die größere Routine ausspielte. Mit 2:1 zog er ins Finale ein, während Ilay sich über einen starken dritten Platz und einen bemerkenswerten Einstand freuen durfte.
Dino selbst fand im Endspiel nicht ganz zu seinem Rhythmus zurück. Die gewohnte Sicherheit fehlte in einigen Phasen, kleine Ungenauigkeiten machten den Unterschied. Sein Gegner nutzte diese konsequent und entschied die Partie für sich. Für Dino bleibt Silber und die Erkenntnis, dass er sich von Turniertag zu Turniertag steigern konnte.
Den Schlusspunkt setzte Avni. In der weiblichen Konkurrenz wurde erneut im Modus „Jede gegen Jede“ gespielt – ein Format, das über den ganzen Tag hinweg keine Schwankungen zulässt. Avni gelang es, die taktischen Vorsätze gut umzusetzen. Sie traf kluge Entscheidungen und machte kaum unnötige Fehler. Lange blieb sie im Rennen um den Gesamtsieg, auch weil Maxima Fandrei zwischenzeitlich eine Partie abgab.
Die Entscheidung fiel erneut im direkten Duell der beiden. Einmal mehr sollte es ein enges Spiel werden, das Maxima Fandrei knapp mit 2:1 für sich entschied. Am Ende gab die bessere Frame-Differenz den Ausschlag, und dort fehlte Avni lediglich ein einziges Spiel. Knapper geht es nicht. Für sie bleibt erneut Silber – bereits das dritte Mal in vier Tagen. Ein Ergebnis, das weniger nach knapp verpasstem Gold klingt als nach einer konstanten Präsenz ganz vorne im Feld.
Zum Abschluss bleibt der Blick auf vier intensive Turniertage, die mit insgesamt neun Medaillen für die Pool Brothers & Sisters enden. Besonders schön war dabei zu sehen, wie gut unsere Nachwuchstalente untereinander harmonierten. Sie unterstützten sich gegenseitig am Tisch, fieberten mit den anderen mit und zeigten über alle Tage hinweg einen starken Teamgeist. Ein Dank geht an alle, die vor Ort dabei waren und aus der Ferne die Daumen gedrückt haben. Wir freuen uns bereits jetzt auf das nächste Turnier.
